Ludwig Uhland(1787-1862)
Ludwig Uhland ist neben Justinus Kerner(1786 - 1862) , Wilhelm Hauff( 1802 - 1827) , Wilhelm Müller(1794 - 1827) und Friedrich Rückert(1788 - 1866) der wohl bekannteste schwäbische Romantiker. Als Literaturprofessor an der Universität Tübingen und auch in seinen privaten Studien beschäftigte er sich immer wieder und intensiv mit der Literatur des Mittelalters, aber auch später als Politiker war er ein großer Meister des Wortes. Höhepunkt seines dichterischen Werkes sind ohne Zweifel seine Balladen, die immer noch in den verschiedenen Anthologien erscheinen. Seine Gedichte sind oft einfach und volkstümlich, vielleicht auch deshalb vor allem im süddeutschen Raum beliebt.
Chronik 1787: Ludwig Uhland wird am 26. April als Sohn des Universitätssekretärs Friedrich Uhland und seiner Gattin Elisabeth, geborene Hofer, in Tübingen geboren.
1793: Besuch der ersten Klasse in der Tübinger Lateinschule.
1801: Beginn eines Philologiestudiums an der Universität Tübingen.
1807: Erste Gedichtveröffentlichungen.
1808: Juristische Fakultätsprüfung und Advokatenexamen.
1810: Promotion. Reist für ein Jahr nach Paris, um dort mittelalterliche Handschriften in der „Bibliothèque Nationale“ zu studieren. Lernt den deutschen Schriftsteller Chamisso(1781 - 1838) kennen.
1811: Arbeitet in Tübingen als Advokat. Freundschaft mit dem Stuttgarter Schriftsteller und Nacherzähler klassischer Sagen Gustav Schwab (1792 - 1850)
1812: Übersiedelt nach Stuttgart und wird dort Sekretär des Justizministers.
1814: Scheidet aus dem Staatsdienst aus und wird in Stuttgart erneut freier Advokat.
1815: Gedichte.
1816: Kontakte mit dem Verfasser der „Kindertotenlieder(1872)“ Friedrich Rückert(1788 - 1866) .
1818: Mitglied der „Berlinischen Gesellschaft für deutsche Sprache“ .Schreibt das Trauerspiel „Ernst, Herzog von Schwaben“ .
1819: Verfasst das Schauspiel „Ludwig der Baier“ . Startet seine politische Karriere als Abgeordneter des Oberamts Tübingen in der verfassungsgebenden Versammlung der württembergischen Landstände.
1820: Heiratet Emilie Vischer. Als Tübinger Abgeordneter wird er Mitglied des Landtags.
1822: Gibt eine Biographie über Walther von der Vogelweide(um 1170 - um 1230) heraus, deren Inhalte noch heute in der Literaturwissenschaft Gültigkeit haben.
1829: Ludwig Uhland wird an der Universität Tübingen Professor für deutsche Sprache und Literatur.
1830: Beruflich bedingter Umzug zurück nach Tübingen. Hält seine erste Vorlesung über die „Geschichte der deutschen Poesie im Mittelalter“.
1833: Uhland wird auf eigenen Wunsch hin aus dem Staatsdienst entlassen, ist jetzt als Stuttgarter Abgeordneter Mitglied des Landtages.
1837 bis 1854. Verschiedene Bildungsreisen in ganz Europa zum Zwecke wissenschaftlicher Studien. Begegnet auf den Reisen auch bedeutenden Schriftstellern und Gelehrten.
1838: Verzichtet auf eine Wiederwahl in den Landtag. Arbeitet als „Privatgelehrter“ .
1844: „Alte hoch- und niederdeutsche Volkslieder“ .
1845: Erhält die Ehrendoktorwürde der Universität Tübingen. Uhland wird Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften.
1846: Dramatische Dichtungen. Begegnung mit dem Sprach- und Literaturwissenschaftler Jacob Grimm(1785 - 1863) , der 1848 auch Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung ist.
1848: Höhepunkt seiner politischen Karriere: Uhland ist württembergischer Abgeordneter der demokratisch-großdeutschen Partei in der Frankfurter Nationalversammlung. Ist korrespondierendes Mitglied der Wiener Akademie der Wissenschaften.
1853: Lehnt die Orden „Pour le Mérite“ und „Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst“ ab.
1862: Ludwig Uhland stirbt am 13. November in Tübingen.
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